Christliches IrlandEvang. Stadtkirche

 

Suche: 

Panorama in den DublinMountains bei GlendaloughGemeinsam unterwegs

Christliches IRLAND - Klöster, Kirchen und Glaube

8 Tage ökumenische Gemeinde-Bildungsreise sind vorbei.

Irisches Steinkreuz

 

Irland - Besuch der Grünen Insel

Am 10. Oktober 2010 starteten wir wohl gelaunt, wenngleich noch etwas  müde, gegen 4.00 Uhr in der Frühe unsere lang geplante Reise in die  Republik Irland. Unsere Reisegruppe mit Teilnehmern aus Ladbergen,  Lengerich und Münster erwarteten acht Tage, in denen wir, unter der  Leitung von Pfarrer Wernfried Lahr, auf frühchristlichen Spuren in  Irland wandeln wollten.

Gruppenfoto Wicklow MountainsNach einem Flug von Düsseldorf über Frankfurt nach Dublin wurden wir gleich  am Flughafen von unserer irischen Reiseleiterin Eva und der Busfahrerin  Marge begrüßt. Durch die wunderschöne Landschaft der Wicklow Mountains  erreichten wir nach ca. 1 Stunde Fahrzeit unseren ersten  Besichtigungstermin, Glendalough.

Die ehemals sehr ausgedehnte Klosterstadt Glendalough geht auf den heiligen Kevin im 6. Jahrhundert zurück. Zu bestaunen waren hier u. a. das  einzige in Irland noch erhaltene Klostertor, dahinter eine Kathedrale,  St. Kevins Church und ein alter und neuer Friedhof mit vielen gut  erhaltenen typisch irischen Hochkreuzen.

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir Kilkenny, wo wir für zwei Nähte ein Quartier  im Hotel bezogen. Am nächsten Morgen stand eine Besichtigung des  Schlosses von Kilkenny an. Hier erhielten wir eine Menge Informationen  über die wechselhafte Geschichte des Schlosses sowie Einblicke in das  Leben im finsteren Mittelalter. Nach einem Altstadtrundgang hielt  Pfarrer Lahr eine Andacht in der Kathedrale St. Canice zu Kilkenny.

Am  Nachmittag stand das ehemalige Zisterzienserkloster Jerpoint Abbey auf  dem Programm. Dort bekamen wir durch die lebendige Führung einer Archäologin Einblicke in das harte Leben der Mönche von damals.
Schafe in den Wicklow Mountains
Am nächsten Morgen wurden die Koffer wieder verladen, es ging nach Tralee  im Country Kerry. Auf dem Weg fuhren wir zum Rock of Cashel, eine  spektakuläre Ansammlung mittelalterlicher Bauten auf einem  Kalksteinberg. Zu bestaunen gab es hier eine romanische Kapelle aus dem  12. Jahrhundert, eine gotische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, ein  Hochkreuz und ein Schloss aus dem 15. Jahrhundert sowie ein sehr gut  restauriertes Haus, das als Unterkunft für Laienbrüder diente.

Die Fahrt ging weiter in das angeblich schönste Dorf Irlands, Adare. In  Adare gab es viele kleine reetgedeckte Häuser, in denen  Kunsthandwerkgeschäfte untergebracht waren, die vor allem handgestrickte Jacken und Pullover aus heimischer Wolle verkauften. Nicht wenige  konnten diesem Angebot widerstehen, so dass die Staufächer im Bus bei  der Abfahrt aus Adare deutlich voller waren.

 

Der nun schon vierte Tag führte uns zu einer Rundfahrt über die Dingle  Halbinsel im Süd- Westen des Landes. Es boten sich eine fantastische  Natur und ein wunderschöner Blick über Berge und Täler. Hier begegneten  uns auch die berühmten Belted Galloways, schwarze Rinder mit einem  breiten weißen Gürtel, die lt. Auskunft von Eva, unserer Reiseleiterin,  nicht geschlachtet werden, sondern an Altersschwäche sterben. Im  Gallarus Oratorium, einem ganz aus Stein und ohne Mörtel gebautem  frühchristlichem Gebetshaus, hatte Pfarrer Lahr wieder eine kleine  Andacht vorbereitet. - Während der Mittagspause im Hafenstädtchen Dingle gab es die Möglichkeit, ein ganz traditionelles irisches Essen zu  probieren, Cod and Chips, gebratener Kabeljau mit Pommes. Wir beendeten  unsere Rundfahrt an einem besonders schönen Strandabschnitt in der  Spitze der Dingle Bay. Herrlicher Sonnenschein lud zu einem  Strandspaziergang ein. Viele von uns sind mit den Füßen durch das Meer  gelaufen, ein ganz unerschrockener und mutiger Mann ist sogar darin  geschwommen. Abends im Hotel ließen wir den Tag mit Liedern - mit  professioneller Pianobegleitung aus unserer Mitte - ausklingen.

 

Am nächsten Morgen nahmen wir unser Frühstück schon um 7.00 Uhr ein, da  wir um 9.30 Uhr die Fähre über den Shannon (größter Fluss Irland)  erreichen mussten.

In dieser Flussmündung leben Delphine, die wir aber leider nicht zu  Gesicht bekommen haben. Von dort ging es weiter zu den berühmten Cliffs  of Moher. Hier ragen Felsen auf einer Länge von 8 Kilometern bis zu 200  Meter hoch aus dem Wasser. Meeresrauschen und das Pfeifen des Windes,  begleitet von einem Freiluftkonzert der irischen Harfenistin Tina, waren ein wirklicher Ohrenschmaus.

Auf der Weiterfahrt, jetzt Richtung Osten, machten wir Halt beim ca. 540 n. Chr. Gegründeten Klosterbezirks Clonmacnoise. Diese Klosterruine liegt  direkt am Ufer des Shannon. Das einstmals bedeutende kirchliche und  geistige Zentrum Europas hat sich aus der vom hl. Ciaran gegründeten  Mönchssiedlung entwickelt. Es beherbergte um die 1. Jahrtausendwende ca. 3.000 Studierende.

In den kleinen Ort Tullamore, bekannt durch seine ehemalige Whiskey-Destillerie, bezogen wir Quartier für eine Nacht.

Trim Castle

Am nächsten Morgen führte uns die Fahrt durch das County Meath zu den  Ruinen der ehemals größten normannischen Burg Europas, Trim Castle. Dort hatten wir eine sehr interessante Führung und eine wunderbare Aussicht  über die Umgebung bei herrlichem Sonnenschein. Bekannt geworden ist die  Burg auch als Kulisse für den Film “Braveheart”.

Anschließend fuhren wir zur Mellifont Abbey, den Ruinen des ersten  Zisterzienserklosters in Irland. Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert  gegründet und beherbergte über 100 Mönche. Im Zuge seiner Irlandreise  besuchte auch Papst Johannes II. Mellifont Abbey und zelebrierte dort in einem eigens hierfür gebauten kleinen Glaspavillon eine Messe. Pfarrer  Lahr ließ es sich nicht nehmen hier auch eine kleine Andacht zu halten.

Im Verlauf des Nachmittags stand noch die Besichtigung einer Klosterruine  mit dem über 5 Meter hohen Muiredach-Kreuz an, ein wunderschönes  irisches Hochkreuz aus Stein mit eingemeißelten biblischen Szenen und  verschlungenen keltischen Mustern.

Am Ende dieses anstrengenden Tages erreichten wir wieder den Ausgangsort  unserer Rundreise, Dublin, und bezogen hier zum letzten Mal ein Hotel.

 

Am Vormittag unseres vorletzten Urlaubstages stand eine Besichtigung der  Jameson Destillerie auf dem Programm. Jameson produziert seit 1780  edelsten irischen Whisky. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen,  hiervon zu kosten. Zum Mittagessen besuchten wir das Restaurant “The  Church” im Herzen von Dublin. “The Church” ist eine ehemalige Kirche, in  der heute ein Pub, ein Nachtclub und ein Restaurant untergebracht sind.  Man kann über die neue Nutzung geteilter Meinung sein. Blick vom Guiness-Store House über Dublin

Am Nachmittag wurde noch das Guiness Store House besichtigt. Dort wurden  wir in die Geheimnisse des Bierbrauens eingeweiht.
Der restliche  Nachmittag stand zur freien Verfügung. Wer noch Lust hatte, erkundete  Dublin auf eigene Faust und kaufte letzte Souvenirs. Am Abend ließen wir den Tag im Brazen Head, Irlands ältestem Pub, ausklingen.

Mit einer Stadtrundfahrt durchs nächtliche Dublin überraschten uns abschließend unsere Reiseleiterin und die Busfahrerin.

 

Am nächsten Morgen stand nach einem gemeinsamen Frühstück der Transfer zum Flughafen an. Von dort aus erreichten wir mit ein wenig Verspätung  abends um 19.30 Uhr über Frankfurt den Flughafen Münster-Osnabrück.

 

Unsere einwöchige Reise führte uns bei herrlichem Spätsommerwetter zu vielen  Sehenswürdigkeiten der Republik Irland und den Geheimnissen vergangenen  Klosterlebens. Die Reise war anstrengend, wunderschön und sehr  informativ. Wir verstanden uns als Gruppe von Anfang an bestens und  hatten sehr viel Spaß miteinander. Unser besonderer Dank aber gilt  Pfarrer Wernfried Lahr, der die Reise allerbestens vorbereitet und als  ständiger Ansprechpartner eines jeden begleitet hat.

 

Bärbel und Jörg Dölling

 

Impressum