Gemeindefest 2010Evang. Stadtkirche

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

das Gemeindefest war ein volles Erfolg. Ein Dach für Lengerich - Gemeinsam für unsere Stadtkirche. Unter diesem Motto wurde der Erlös des Gemeindefestes für die Sanierung des Kirchendaches gesammelt.

Durch das Gemeindefest kamen Spenden in Höhe von 3695,86 € zustande.

Vielen Dank dafür an alle Gemeindefestbesucher und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer!

Unter der Internetadresse:

www.kirchendach-lengerich.de

erfahren Sie Näheres zum Kirchendach und die notwendige Restaurierung.

 

Viele tolle Ideen

„Wir umarmen unsere Kirche“ - diesem Aufruf folgten viele Kinder und Erwachsene. Im Nu war der Menschen-Kreis um die Stadtkirche geschlossen. Ein eindrucksvolles Zeugnis, dass die Menschen zu dem Gotteshaus stehen.Foto:

"Wir umarmen unsere Kirche" Gemeindefest 2010 Lengerich
(Gabriele Böhm)

Lengerich - „Im Denkmalschutz gibt es wohl nichts Schlimmeres, als eine Kirche abreißen zu müssen“, sagte Franz-Friedrich Prinz von Preußen in seinem Grußwort. Am Samstag veranstaltete die Evangelische Kirchengemeinde ein Gemeindefest, um die Bevölkerung auf die Schäden an der Stadtkirche aufmerksam zu machen und dafür zu werben, sich für ihren Erhalt einzusetzen. Es wurde ein fröhliches, buntes Fest bei strahlendem Wetter und mit vielen Höhepunkten.

„Was ich tun kann, will ich gerne tun. Ich weiß, dass man bei solchen Schäden schnell handeln muss“, sagte der Prinz von Preußen, dessen Vorfahre Lengerich am 13. Mai 1727 die Stadtrechte verliehen hatte. „Generationen haben an der Kirche gebaut. Lasst uns heute das unsrige tun, um sie für die Zukunft zu erhalten“, so Superintendent Hans Werner Schneider.

Handeln sei angesagt, nur gemeinsam könne man es schaffen. Ein Dach sei auch ein Symbol für das Behütetsein durch die Liebe und den Schutz Gottes. In Anlehnung an ein Bodelschwingh-Wort forderte er auf: „Lasst uns alle fröhliche Dachdeckerinnen und Dachdecker der Stadtkirche sein!“ Bürgermeister Friedrich Prigge führte aus, Lengerich sei „ohne die Stadtkirche undenkbar“.

Der Erhalt sei nicht konfessionell begrenzt, sondern die Aufgabe aller. „Die evangelische und die politische Gemeinde stehen eng zusammen, auch bei der Orgelsanierung haben wir schon gut zusammen gearbeitet.“ Alle Bürgerinnen und Bürger seien aufgerufen, sich zu der Kirche zu bekennen. „Ich hoffe, dass wir irgendwann sagen können. Wir haben es geschafft!“

Pfarrer Wernfried Lahr, Sprecher des „Arbeitskreises Dachsanierung“ verlas den Aufruf von Dr. Liselotte Funcke, die ihre Arbeitsdienstzeit in Lengerich verbracht hatte: „Bitte helfen Sie mit, die Kirche zu retten. Jeder Betrag ist ein Baustein, der dringend benötigt wird.“

Presbyteriumsvorsitzender Pfarrer Torsten Böhm überbrachte die Grüße von Landrat Thomas Kubendorff. Der Pastor dankte Sponsoren und Unterstützern, die sich bereits für die Kirche mit vielfältigen Ideen einsetzten. Spenden kämen nicht nur von Lengerichern, sondern es seien beispielsweise auch 300 Euro aus München eingegangen. Die Frauenhilfe Schollbruch finanziere einen Quadratmeter Dachfläche. 200 000 Euro habe die Kirchengemeinde Lengerich selbst bereit gestellt.

Auch für das Fest hatten viele sich tolle Gedanken gemacht, um Spenden zu sammeln. So konnte man Turm oder Kirche besichtigen, sich mit dem Hubsteiger hoch oben auf Firsthöhe selbst ein Bild von den Schäden machen oder bei der „Offensive“ ein Lengerich-Poster erwerben. Sehr guten Absatz fand auch das von Ursula Mittring zusammen gestellte Heft „Geschichten am Rande“. Die Jugendarbeit der Kirchengemeinde und der Jugendausschuss des Turnvereins Lengerich sorgten für Spiele und bastelten beispielsweise Schmuck aus Schiefer, auch andere Vereine boten attraktive Ideen an. Zwei Diashows ließen die vergangenen 100 Jahre der Stadtkirche Revue passieren.

Ein voller Erfolg wurde die Gemeinschaftsaktion „Wir umarmen unsere Kirche“. Nachdem eine von den Kindern gestaltete bunte „Bauchbinde“ an der Kirche angebracht worden war, klappte es auf Anhieb und mit viel Spaß, die Kirche in einer langen Menschenkette zu umarmen. Als Geschenk gab es anschließend Luftballons.

Viele Zuhörer hatten auch die öffentlichen Proben der Chor- und Singschule, bei denen die Gäste miterleben konnten, wie engagiert die jungen Sängerinnen und Sänger bei der Sache waren.
 

von Gabriele Böhm, 24.5.2010 in Westfälische Nachrichten

 

 

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